Borneo 2012
Eine kleine Rundreise durch den kleinen malayische Bundesstaat Sabah auf Borneo, der drittgrößten Insel der Welt. In den 50er Jahren noch komplett von Regenwald bedeckt haben sich jetzt über weite Strecken Palmölplantagen breitgemacht. Zum Glück gibt es aber immer noch Regenwald Gebiete mit einer faszinierenden Natur und Tieren.

 


Singapur
Auf dem Weg von Deutschland nach Borneo haben wir einen Stopover in Singapur eingelegt und dort zwei Nächte verbracht. Singapur ist eine sehr moderne saubere Stadt, wie in vielen Boomstädten hat Altes hier nur wenig Platz und muss meistens den neuen Bauten weichen. Alte Gebäude gibt es nur wenig und dann meistens gepflegt und restauriert für die Touristen. Aber die moderne Architektur ist auch faszinierend, vor allem am Abend. Mit Air Asia ging es dann weiter ins nur 2,5 Stunden entfernte Kota Kinabalu auf Borneo. Man bekommt schon auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel auf der vierspurigen Straße, vorbei an vielen Neubauten, einen Eindruck, dass hier die Zeit auch nicht stehengeblieben ist. Viel zu bieten hat Kota Kinabalu nicht und so haben wir uns nach zwei Nächten auf den Weg quer durch Sabah gemacht.
Mt. Kinabalu
Unser erstes Ziel war der Mt. Kinabalu Park. Die meisten Besucher kommen hierher um den 4095 Meter hohen Gipfel des Mt. Kinabalu zu erklimmen. Wir haben auf den Aufstieg verzichtet, weil er zum einen ein teures Vergnügen ist und wir ehrlich gesagt dafür auch nicht konditionell fit genug waren. Es gibt um das Park Headquater etliche interessante Wanderwege durch den Regenwald die man auch gut ohne Guide erwandern kann. Nach dem Abstecher in den Mt. Kinabalu Park sind wir dann nach Poring weiter gefahren. Die Hauptattraktion sind die heißen Quellen die aber in gefliesten Badewannen enden und nicht wirklich einladend sind. Dafür gibt es einen tollen Canopy Walkway durch die Baumwipfel und schöne im Regenwald liegende Wasserfälle. Von Poring ging es gut 220 km weiter nach Sepilok zur Orang Utan Sanctuary. Dort werden aus der Gefangenschaft befreite Orang Utans wieder an das leben im Wald gewöhnt.
Sepilok Sanctuary
250 Orang Utans leben momentan in dem 43 Quadratkilometer großen Regenwaldgebiet und manche Tiere bekommen selbst die Mitarbeiter des Rehabilationscenter nur selten zu Gesicht. Es gehört also auch etwas Glück dazu an der öffentlich zugänglichen Fütterungsplattform Orang Utans anzutreffen. Wenn das Nahrungsangebot im Wald gut ist ziehen die Orangs dies oft dem eintönigen Fütterungsangebot vor. Anschließend ging es weiter an den Kinabatagan River zu einem im Dschungel gelegenden Camp, das nur per Boot erreichbar ist. Wir hatten das Glück auch hier Orang Utans beobachten zu können. Daneben Nasenaffen, Makaken, Hornbill Vögel, große Monitor Lizzards, schwimmende Elefenaten und vieles mehr. Nach drei Tagen in der Wildnis enterten wir einen Express Bus der uns in die südöstliche Ecke Sabahs nach Semporna brachte.
Mabul
Von Semporna ging es am nächsten Morgen zur kleinen Insel Mabul. Hier haben wir dann als krönenden Abschluss noch 6 Tage getaucht. Ein Tauchausflug führte uns für einen Tag zu der bei Tauchern weltbekannten Insel Sipadan weit draußen in der Celebes-See. Das Meer fällt rings um Sipadan auf 600 Meter ab und in dem Meeresschutzgebiet findet sich ein unglaublicher Artenreichtum. Nicht umsonst gehört Sipadan zu den besten Tauchspots der Welt. Ich habe noch nirgens so einen harten Kontrast zwischen Arm und Reich gesehen wie auf Mabul. Am besten kann man davon einen Eindruck anhand der Fotos bekommen. Zum Schluss mussten wir wieder zurück nach Kota Kinabalu. Die bevorstehende 12 Stunden Busfahrt tauschten wir gegen einen 30 min Inlandsflug ein. Von Kota Kinabalu ging es dann wieder über Sinagpur in einem Rutsch zurück nach Franfurt und weiter nach Bremen.
Nasenaffe
Eine Reise nach Borneo bedeutet zum Einen großartige und überwältigende Natur- und Tiererlebnisse, andererseits ist aber auch die Zerstörung der Natur hautnah zu erleben. Bei der Reise durch Sabah durchquert die Landstraße über hunderte Kilometer Palmölplantagen die sich bis an den Horizont erstrecken. Da man weiß das dafür der Regenwald weichen musste ist das schon ein bitterer Anblick. Trotzdem sollte das nicht vor einer Reise abhalten, denn in den noch vorhandenen Regenwaldgebieten kann man eine Tierwelt entdecken die zum Teil wirklich einmalig ist, wie z.B. die Nasenaffen die es nur auf Borneo gibt. Und zum Teil hat man schon erkannt das sich durch Tourismus gutes Geld verdienen lässt, nur kommen die Touristen nur, wenn die Natur auch intakt ist. Das gleiche gilt natürlich auch für die Tauchparadiese um Mabul.
Bei der Arbeit
Fotografisch gibt es natürlich Motive in Hülle und Fülle. Von gut 2.200 Fotos die ich mitgebracht habe sind nach dem Sortieren noch über 1.300 Fotos übergeblieben. Davon habe ich knapp 400 für die Galerie ausgewählt. Zum Teil machen die Bedingungen es nicht leicht gute Fotos zu machen. Im Wald ist es oft ziemlich dunkel, so dass ich oft mit ISO 3200 fotografieren musste um noch akzeptable Verschlusszeiten zu bekommen. Bei den Bootstouren auf dem Kinabatangan River versteckten sich die Tieren gerne hoch oben in den Bäumen und hinter den Blättern, dazu schwankte das Boot noch. Ich war froh das ich das 100-400 Telezoom hatte, denn mit weniger Brennweite wären einige Aufnahmen zu einem Suchbild geworden.