Pyrenäen 2015, vom Mittelmeer zum Atlantik und zurück
Vor 25 Jahren hatte ich den Pyrenäen mit dem Motorrad einmal einen kurzen Besuch abgestattet, auf einerFrankreich Rundreise. Nun war es endlich soweit das Gebirge entlang der französisch spanischen Grenze ausgebig unter die Räder zu nehmen. Das Wetter spielten im September auch die meiste Zeit mit. Olaf und ich waren wieder mit unseren KTM 990 Adventure unterwegs.

 


Anreise
Wir hatten insgesamt 11 Tage Zeit, wobei wir je 2 Tage für die rund 1.500 km lange Anreise mit dem Auto und Anhänger eingeplant hatten. Auf der Anreise dachten wir uns aber das es eine gute Idee ist schon am 2. Tag Motorrad zu fahren. Wir parkten das Auto zwischen Lyon und St. Etienne an einem Hotel und starteten von dort am nächsten Morgen mit den Motorrädern, Ziel Mittelmeer. Da wir keine Straßenkarte von dieser Region dabei hatten überließen wir dem Navi die Auswahl und mit der Option kurvenreiche Strecke lag es auch nicht schlecht. Nach 520 km erreichten wir das Mittelmeer und standen erst einmal vor einem verschlossenem Campingplatz. In der gerade angefangenen Nachsaison schließen die Rezeptionen schon um 19:00 Uhr, es war gerade 5 Minuten später. Wir fanden dann etwas später aber noch einen Platz für unser Zelt.
Mittelmeer
Am Strand von Le Barcares machten wir das symbolische Startfoto unser Rundtour. Da wir am Morgen schon ziemlich viel Zeit vertrödelt hatten wollten wir nun endlich an den Fuss der Pyrenäen kommen und nahmen erst einmal die Schnellstraße von Perpignon in Richtung Prades. Ich hatte geplant Prades über eine kleine Straße in Richtung dem Massif du Canigou zu umfahren. Die meistens eher grobgeschotterte Strecke führte uns immer bergauf bis unter den Gipfel des Canigou zu einem Parkplatz. Dort geht es dann zu Fuss weiter, mein geplanter Weg endete an einer Schranke, die wir aufgrund des um die Ecke parkenden Geländewagen der Gendamerie auch nicht ignorieren wollten. So mussten wir alles wieder zurück fahren. Den Rest des Tages kamen wir aber auf der N116, D618 und N20/N22 zügiger voran bis nach Ax-les-Thermes.
Canigou
Am nächsten Morgen starteten wir auf der N20 die wir aber zum Glück bald verlassen konnten. Auch wenn die Nationalstraßen durchaus Fahrspass bieten bremst der zum Teil starke Verkehr diesen gleich wieder aus. Auf der D618 über den Col de Port war der Verkehr deutlich dünner. Wir folgten der D618 weiter entlang des Gorges de Ribaouto, über den Col de Portet d'Aspet und den Col de Peyresourde. Ab Arreau wurde sie zur D918 und es ging über den Col d'Aspin hoch zum Tour de France Klassiker, dem Col du Tourmalet. Die anschließende Fahrt durch die Gorge de Luz war wegen des starken Verkehrs keine große Freude aber es war nun schon wieder Zeit einen Campingplatz zu suchen und der Fahrtag ging schon wieder zu Ende.
Aubisque
Auch der dritte Pyrenäen Tag lockt uns mit blauem Himmel und Sonne auf die Motorräder. Zum Aufwärmen gab es den Col du Soulor um dann einen der Höhepunkte der Tour zu erreichen, den Col d' Aubisque. Die auf 20km/h beschränkte Strecke bis dorthin ist eine schöne Panorama Straße, die sich an den Steilhang schmiegt. Das Geschwidigkeitslimit ist trotz schmaler Straße aber absurd niedrig. Weiter ging es über kleine Straßen weiter in Richtung Westen. Langsam wurden die Berge niedriger und wir näherten uns letztlich über die ausgebaute D918 Saint-Jean-De-Luz am Atlantik. Obwohl es Nachsaison war, war der Ort mit Verkehr verstopft. Kurz hinter dem Ort beginnt die Steilküste Corniche Basque und gibt den Blick auf den Atlantik frei. In Hendaye, dem letzten fränzösischen Ort vor der spanischen Grenze endete der Tag mit Baguette und Wein am Strand.
Hendaye
Am nächsten Morgen wachten wir durch den Regen, der auf unser Zelt fiel, auf. Zum Glück verzog er sich und wir starteten im Trocknen, wenn auch der Himmel zugezogen blieb. Nun ging es wieder gen Osten. Zuerst über die spanische N-121A um nach einigen Kilometern über die NA-4410 wieder nach Frankreich zu kommen. Die D4 führte uns wieder nach Spanien und über die N-121B und NA-2600 landeten wir wieder in Frankreich. Nur um über die D948 wieder nach Spanien zu kommen. Den Rest des Tages blieben wir nun in Spanien und die Straßen wurden immer einsamer obwohl sie häufig gut ausgebaut waren. Nun erwischte uns der Regen auch immer länger und die Fahrt durch das Valle de Hecho konnten wir nicht richtig genießen. Am Abend in Jaca fing es wieder an zu regnen und wir beschlossen auf's Campen zu verzichten. Ein Hotel hat doch auch etwas.
Anisclo
Leider musste Olaf am nächsten Morgen schon nach Deutschland zurück und so trennten sich unsere Wege an einer Kreuzung in Jaca. Er fuhr in Richtung Norden und ich folgte der Tour weiter in Richtung Westen. Ich fuhr erst einmal nach Torla um einen Blick von weitem auf den überragenden Monte Perdido zu werfen. Danach wollte ich den Canon de Anisclo durchqueren, dummerweise ist dieser nur aus einer Richtung als Einbahnstraße zu befahren und ich kam gerade aus der falschen Richtung. Ich musste also 13km auf einer verwinkelten und buckeligen Asphaltstraße fahren um zum Anfang zu kommen, um diese 13 km am Ende noch einmal zu fahren. Der Canon ist sehr lohnenswert, daher ließ sich der Umweg verschmerzen und ich hätte sonst auch keine Geier gesehen. Der Rest des Tages bestand aus flotten Kilometern auf der schön zu fahrenden N260.
Parpaillon
Durch Olafs vorzeitige Abreise musste ich nun auf dem Motorrad zurück nach Deutschland fahren und hatte daher schon am Vorabend die Route verlassen. Statt weiter in Richtung Mittelmeer durch Spanien zu fahren, bog ich nach Frankreich ab und übernachtete in Err. Morgens folgte ich der N116 n Richtung Prades, wo sich der Kreis der Tour damit wieder schloss. Da ich aber noch den Gorges du Galamus sehen wollte kurvte ich noch einige Zeit durch das hügelige Vorgebirge der Pyrenäen. Später ging es dann weiter in Richtung Norden und zwei Tage später war ich wieder zu Haus in Bremen.
Als Fazit würde ich sagen, dass unsere Zeit für eine Pyrenäen Rundtour schon recht knapp war. Man kann auch locker zwei oder drei Wochen in dieser fantastischen Gegend verbringen.