Reisebericht - Namibia 2010
 
Von Windhoek nach Windhoek, 2.500 km durch Namibias Westen

Wir stehen startbereit am Supermarkt in Windhoek, wo wir noch letzte Sachen eingekauft haben und es fängt an zu regnen. So hatte ich mir den Start unserer Namibia Tour nicht vorgestellt. Aber so schnell der Regen gekommen ist, so schnell hört auch schon wieder auf. Wir sind noch nicht aus Windhoek raus, da scheint auch schon wieder die Sonne. Kurz hinter dem Stadtrand ist an jeder Ausfallstraße ein Polizeiposten, wir dürfen unseren Internationalen Führerschein vorführen. Nach kurzer Zeit hört die Teerdecke der Straße auf und wir fahren auf einer Schotterpiste weiter. Von dem rund 35.000 km großen Straßennetz sind nur rund 4.500 km geteert, die Gravel-Roads in Namibia sind in der Regel in gutem bis sehr gutem Zustand, da sie regelmäßig geschoben werden. Man kann daher durchaus flott fahren, auch wenn das Fahren auf dem etwas rutschigen Untergrund etwas Gewöhnung bedarf. Über den Kupferbergpass kurz hinter Windhoek geht es in Richtung Südwesten, nach etlichen Kilometern Schotterpiste erreichen wir ein erstes Highlight, den Spreetshoogte Pass, der steilste Pass Namibias. Von der Passhöhe erwartet uns ein weiter Blick in die unter uns liegende Ebene, leider ist die Sicht heute etwas diesig. Auf der folgenden Abfahrt sind einige Passagen, gerade in den Kurven, gepflastert. Einige Kilometer hinter dem Pass erreichen wir das Camp Gecko. Von unseren festen Safarizelten haben wir einen wunderbaren Blick über eine weite Graslandschaft. Es fehlen in diesem Moment nur vorbei ziehende Tierherden und es wäre die perfekte Afrikaromantik.

Dead VleiHeute steigen wir in einen Geländewagen um, da wir den Sossusvlei National Park besuchen wollen. Leider darf man in alle National Parks nicht mit dem Motorrad fahren. Highlight im Sossusvlei ist das Dead Vlei, eine Salzpfanne mit abgestorbenen Bäumen die umrahmt ist von den roten Dünen. Wir sind eigentlich schon etwas zu spät dran und das beste Fotolicht ist schon vorbei aber dafür haben wir das Dead Vlei nun auch für uns alleine, da die Touristenmassen schon wieder abgezogen sind. Auf der Fahrt durch den Sossusvlei sehen wir Oryx-Antilopen, Strauße und Sprinkböcke. Natürlich stoppen wir auch noch an der meist fotografierten Düne, der Düne 45. Am Nachmittag erreichen wir wieder das Camp Gecko. Dort bekommen wir an unserem Zeltplatz Besuch von zwei Skorpionen die sich aber nicht für uns interessieren und sich zum Glück unter den nächsten Steinen verkriechen.


Wir wollen heute die älteste Wüste der Welt, die Namibwüste bis zum Atlantik durchqueren. Dazu müssen wir durch den Namib Naukluft National Park fahren, dies ist Motorradfahrern nur auf der Hauptpiste erlaubt. Bevor wir jedoch in Richtung Westküste starten tanken wir unsere Motorräder am Roadhouse in Solitäre noch einmal auf. Auf den folgenden 223 km bis Walvis Bay gibt es keine Tankstelle und auch sonst keine Siedlung oder irgendeine Möglichkeit etwas zu essen oder zu trinken zu bekommen. Zuerst geht es durch Farmland doch die Vegetation wird immer öder als wir den Tropic of Capricorn überqueren, den südlichen Wendekreis des Steinbocks. Doch die scheinbar öde Landschaft hält mit dem Gaub Pass eine Überraschung parat. Der Negativpass geht nicht noch oben sondern nach unten, herunter in den Gaub River und schlängelt sich über ein paar Kurven dann wieder nach oben. Bis zum Beginn des Namib-Naukluft National Parks geht es nun wieder überwiegend geradeaus. Der Beginn des Parks empfängt uns mit einer faszinierenden Felslandschaft die durch die Erosion der vergangenen Millionen Jahre gezeichnet ist. Danach wird das Land immer flacher und es bald keinerlei Vegetation mehr zu erkennen, ringsherum nur Wüste. Je näher wir dem Atlantik kommen desto sandiger wird es und kurz vor Walvis Bay türmen sich gewaltige Dünen zu unserer Rechten auf. Nach einem kurzen Stopp in Walvis Bay und einem Snack in einem „Take-Away“ fahren wir über die geteerte Küstenstraße nach Swakopmund. Der Wind weht den Sand über die Straße. In Swakopmund, der alten deutschen Kolonialstadt beziehen wir unser Hotel im Stil der siebziger Jahre. Auch sonst ist in Swakopmund die deutsche Vergangenheit noch allgegenwärtig und so gibt es eine Reihe deutscher Restaurants und auch wird von vielen deutsch gesprochen. Eine merkwürdige Szenerie am Atlantik und am Rande der Namib Wüste in Afrika.

PelikaneAm nächsten morgen wagen wir uns aufs Wasser und buchen eine Delphintour. Die von unserem Skipper angefütterten Pelikane fliegen neben unserem Boot her als es aufs Meer hinausgeht. Ein Seelöwe lässt sich den Snack auch nicht entgehen und klettert zu uns ins Boot. Wir sehen noch jede Menge Pelikane und Seelöwen am äußeren Rand der Bucht aber die Delphine habe heute scheinbar keine Lust für Touristenvorführungen. Nur ganz kurz kann ich einen Delphin sehen, dann ist er wieder unter Wasser verschwunden.
An der Düne 7 außerhalb von Walvis Bay ist der große Outdoor Spielplatz wo sich jeder einmal im Dünenfahren ausprobieren kann. Unsere DR’s mit dem großem Tank sind zwar zu schwer und leistungsschwach um die Düne bis oben zu erklimmen aber es macht trotzdem Spaß sich an die Grenze des Möglichen heranzutasten. Ein landschaftlicher Höhepunkt ist die in der Nähe gelegene Moonlandscape mit ihren Felsformationen. Der Weg führt uns nun herunter in den trockenen Swakop River. Wir wühlen uns mit den DR’s durch den weichen Tiefsand und verlassen erst kurz vor Swakopmund wieder das trockene Flussbett. Nach der Anstrengung wäre ein Bad im Meer genau das Richtige, doch durch eine kalte Meeresströmung die aus der Antarktis an die namibische Küste trifft, ist das Wasser im Meer meist nicht einmal 17°C warm.

Mesum KraterWir verlassen Swakopmund in Richtung Norden auf der aus Salz gebauten Straße. Die lässt sich jetzt im trockenen Zustand fast wie eine Aspahltstraße befahren, soll bei Nässe aber zu einer schmierigen Angelegenheit werden. Nach einem Stopp in dem Ferienort Henties Bay geht es weiter nordlich. Die riesige Robbenkolonie am Cape Cross lassen wir links liegen, da wir gestern schon ausgiebig Robben gesehen haben. Kurz danach biegen wir auf einen unscheinbaren Track ab. Die Sandflächen rechts und links wirken eigentlich tot aber sind von Flechten übersäht. Daher darf der Track auch nicht verlassen werden, weil die Flechten das Befahren nicht überstehen würden und jahrzehnte Bräuchten um sich zu erholen. Hier treffen wir auch auf die Welwitschia, eine bis zu 1500 Jahre alte Pflanze. Wir durchqueren nun den Mesumkrater , einen Meteoritenkrater und können von einer Anhöhe aus die wir nach einem kurzen aber steinigen Aufstieg erreichen einen faszinierenden Ausblick genießen. Es geht weiter durch die Einsamkeit und der Brandberg, Namibias höchstes Felsmassiv mit dem Königstein mit 2573 m als höchster Gipfel erscheint am Horizont. Wir folgen nun der Gravel-Road gen Westen und erreichen das Save the Rhino Camp am Rande des Ugab Rivers. Das Camp wird vom Save the Rhino Trust verwaltet der sich den Erhalt der Nasshörner zur Aufgabe gemacht hat. Häufig ziehen die Wüstenelefanten durch das Camp und das trockene Flussbett des Ugab Rivers. Jede Menge Elefanten Kot zeugt davon das ihr letzter Besuch noch nicht lange her ist. Wir bekommen sie heute aber leider nicht zu Gesicht.

Grootberg PassWir verlassen das Camp nicht auf dem Weg den wir gekommen sind, sondern durchqueren das Flussbett des Ugab. Erst ist der Track sandig, dann geht es über ein paar ausgewaschene Stufen einer salzhaltigen Quelle und anschließend wird es etwas steiniger und wir verlassen die Schlucht und kommen wieder auf eine weitläufige und flache Ebene. Nun ist der Track der sich kurvig durch die Graslandschaft windet zum Teil wieder recht tiefsandig oder der Flusskies erschwert einem das Vorwärtskommen, wenn man aber immer etwas am Gas bleibt klappt das Fahren recht gut. Am verbrannten Berg erreichen wir wieder die gut ausgebaute Gravel-Road. Der Name kommt von einem durch einen Vulkanausbruch verbranntes Moor, dadurch ist die Oberfläche des Berges schwarz gefärbt und nicht mit dem so ähnlich klingenden Brandberg zu verwechseln. An der Aba Huab Lodge machen wir eine Pause und genehmigen uns einen kühlen Drink. Die folgenden Gravel-Road nach Palmwag führt uns wieder durch eine abwechslungsreiche Landschaft ist aber in einem nicht so guten Zustand. Das Fahren auf der mit ordentlichem Wellblech durchzogen Strecke lässt keinen gleichmäßigen Rhythmus aufkommen und ist daher anstrengender als sonst auf den Gravel-Roads. Dafür entschädigt die Aussicht auf die Landschaft mit ihren Felsformationen und Plateaubergen. Kurz vor der Tankstelle in Palmwag passieren wir den Veterinärszaun, an dem Kontrollpunkt soll sichergestellt werden, dass kein Fleisch aus dem Norden in den Süden gelangt und somit die Ausbreitung von Tierseuchen eingedämmt wird. Nach einer weiteren Pause in der Palmwag Lodge ist es nur noch rund 60km weit bis zu unserem heutigen Tagesziel, das Hoada Camp. Vorher geht es über den Grootbergpass und wieder einmal ändert sich die folgende Landschaft. Überall sind nun Granitfelsen aufgetürmt. In diese beeindruckende Landschaft schmiegt sich das Hoada Community Camp. Es gibt nur drei Campsites und die Sanitäranlagen verstecken sich zwischen den Felsen. 

Hoada CampDas Licht der aufgehenden Sonnen und die weißen Wolken lassen unser Camp zwischen den Felsen wie in einer Traumlandschaft erscheinen. Aber nicht nur wir sind wach, auch die Esel des Campverwalters melden sich lautstark. Wir fahren weiter bis nach Kamanjab wo wir einen Stopp am Supermarkt machen. Da uns die Moskitos und Fliegen auf die Nerven gegangen sind kaufen wir Insektenspray. Vor dem Supermarkt sprechen uns zwei junge Männer an, die Anhänger aus den Nüssen der Makalani Palme geschnitzt haben. Von den ursprünglich gewünschten 90 N$ handeln wir sie auf 20 N$ herunter und kaufen jeweils einen Anhänger als Souvenir. Wir verlassen Kamanjab wieder in nördliche Richtung und biegen dann in Richtung Osten ab. Wir fahren nun „parallel“ zum Etosha National Park, der aber noch etliche Kilometer hinter dem privaten Farmland liegt. Auf der Strecke liegen nun unzählige Farmtore an den wir halten müssen, um diese zu öffnen und schließen. Der Untergrund der Gravel Road ist nun Schneeweiß und bringt einen interessanten Kontrast zwischen den kleinen Bäumen auf den umliegenden Farmgeländen und dem strahlend blauem Himmel. Während der Fahrt taste ich automatisch immer mit den Augen die Straßenränder ab um auf herumlaufende Rinder, Ziegen, Schafe oder Wildtiere reagieren zu können, als ich plötzlich sehr große Wildtiere sehe. Ich bremse scharf und die Giraffen auf dem privaten Farmgelände beobachten mich neugierig. Erst als ich mich mit meiner Kamera dem Zaun nähere weichen sie etwas zurück.   

LöweUm noch mehr von der großen Tierwelt Namibias zu sehen steigen wir um 6:30 Uhr am Morgen mal wieder in einen Geländewagen um. Unser Guide fährt mit uns von unserem Übernachtungsplatz im Etosha Safari Camp, dass einige Kilometer außerhalb des Parks liegt, durch das Anderson Gate in den Park. Und obwohl es in der vergangenen Nacht im Park geregnet hat haben wir das Glück viele Tiere zu sehen. Wenn es regnet kommen nicht so viele Tiere an die Wasserlöcher und sind dadurch eigentlich nicht so gut zu beobachten. Aber wir sind sehr zufrieden und schwer beeindruck zahlreiche Wildtiere Afrikas in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen. Unter anderem Giraffen, Elefanten, Löwen, Zebras, Schakale, Oryxantilopen, Kudus, Gnus und noch einige mehr.
Wir sind nun auf dem Weg nach Otjiwarongo und Namibia zeigt sich mal wieder von seiner kontrastreichen Seite. War der Himmel beim Verlassen des Etosha Safari Camps nach strahlend blau fahren wir nun auf ein ausgewachsendes Gewitter zu. Am Horizont zucken Blitze über den nun dunklen Himmel und meine Hoffnung, dass wir vielleicht trocken davon kommen, erfüllt sich nicht. Der Regen fängt erst ganz leicht an um dann umso stärker auf uns niederzuprasseln. Im Nu sind wir mit unser Afrika tauglichen aber nicht auf Regen ausgelegten Kleidung nass bis auf die Haut. Eine Stunde später sitzen wir mal wieder in einer ganz anderen Welt. Ich habe eine Schwarzwälder Kirschtorte im Cafe Carstensen vor mir und könnte genauso gut in den siebziger Jahren irgendwo in Deutschland im Cafe sitzen. Aber dieses Cafe liegt im Herzen von Otjiwarongo und draußen auf der Straße zeugt die überwiegend dunkelhäutige Bevölkerung davon das wir doch in Afrika sind. Auf der Campsite der Wesrandfarm 12km außerhalb von Otjiwarongo finden wir einen schönen Platz zum Übernachten.    

WüstenelefantenAn Bernds DR ist der Reifen platt als wir starten wollen, wir fahren daher noch einmal zurück nach Otjiwarongo und wollen den Reifen flicken lassen. Komischerweise findet sich aber kein Loch im Schlauch und auch das Ventil ist ok. Der Mann beim Reifenhändler will für seine Arbeit nicht einmal Geld haben nimmt das Trinkgeld aber trotzdem gerne an. Nach ein paar Kilometer auf einer Teerstraße biegen wir wieder auf eine Gravel-Road ab. Die Piste ist durch den Regen wie geleckt und es staubt nicht einmal. Man kann fahren wie auf der Autobahn, wenn da nicht die zahlreichen Wasserlöcher wären die noch vom gestrigen starken Regen stammen. Um nicht in der Mitte im Schlamm hängen zu bleiben weichen wir immer nach rechts oder links zum Fahrbahnrand aus. Nur muss man hierbei aufpassen den Büschen nicht zu Nahe zu kommen, denn diese sind alle mit langen Dornen bewachsen. Der rote Sand der Piste bildet einen schönen Kontrast zu den gelb blühenden Büschen am Rand. Als ich denke, dass müsste ich mal fotografieren hat sich die Farbe des Sandes schon wieder geändert und ist nun hellbraun und es blüht auch am Farbahnrand nichts mehr. Etwas später stoppen wir an einer Abzweigung und ein unwirklicher Ort liegt um uns herum. Der Sand ist überall weiß und sieht aus als hätte es geschneit, nur die Temperaturen von weit über 30°C passen nicht dazu. Wir biegen nun auf die D2351 ab und die Strecke wird wieder hügeliger und kurviger. Mehrere Tafelberg tauchen auf und auch die Vingerklip bekommen wir zu sehen. Ein Felsen der wie ein Finger in den Himmel ragt. Der Himmel bewölkt sich nun wieder zunehmend und ich kann den Regen schon deutlich in der Luft riechen bevor es zu tröpfeln anfängt. Wir erreichen aber noch rechtzeitig vor dem großen Schauer Khorixas, es fängt gerade richtig an zu regnen als wir es uns im Restaurant der zentral gelegenen Lodge bequem machen. Nachdem wir unseren leider etwas zähen Kudu-Burger und das darauffolgende Eis verspeist haben hat auch der Regen wieder aufgehört. Als wir etwas später auf der C35 Richtung Uis fahren brennt auch wieder die Sonne wie gewohnt vom blauen Himmel, nur beim Blick in den Rückspiegel sieht man noch die hinter uns liegenden Gewitterwolken. Bevor wir Uis erreichen biegen wir auf einen Track ab der uns durch die Siedlung Sorris Sorris bringen. Einfachste Wellblechhütten und umherlaufende Ziegen und Pferde in einer kargen Landschaft zeigen uns das beschwerliche Leben der kleinen Bauern. Der Track führt uns in das trockene Flussbett des Ugab Rivers. Einige Kilometer folgen wir den Spuren durch den Tiefsand des Ugab. Als wir wieder festeren Boden unter den Räder haben ist es nicht mehr weit bis zum White Lady Camp. Wunderschön gelegen, auf der einen Seite das Brandberg Massiv auf der anderen Seite direkt am Rande des Ugab. Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut haben verabschiede ich mich mit meiner Kamera bewaffnet von den anderen mit dem Spruch „Ich geh mal in das Flussbett, vielleicht finde ich ein paar interessante Tiere dort“. Ich erreiche gerade das Flussbett als ich ein lautes Knacken und Grummeln höre. Ich bin völlig überrascht, hinter den Büschen schiebt sich langsam ein großer Elefant hervor. Na, da habe ich ja ein paar Tiere gefunden, schnell laufe ich zurück um den anderen Bescheid zu sagen. Völlig fasziniert beobachten wir die Gruppe Elefanten die fast in Zeitlupe an uns vorbei schreitet. Der Elefantenmutter ist unser Abstand wohl etwas zu klein und sie macht ein paar Schritte auf uns zu, wir ziehen uns lieber ein paar Meter zurück. Auf der Suche nach Wasser tritt ein Elefant mal locker den Betonblock mit dem Wasserhahn am Platz No. 24 um, um dann mit dem Rüssel die Wasserleitung aus dem Boden zu ziehen und zu zerteilen. Nun haben die Elefanten eine kleine Pfütze zum trinken. Nach einer halben Stunde ist die Herde weiter gezogen und hinterlässt uns mit einem Glücksgefühl das man schwer beschreiben kann.       

BrandbergNach dem Frühstück machen wir gemeinsam mit einem Führer eine 1,5 h Wanderung zur Felszeichnung der White Lady. Diese steinzeitliche Zeichnung ist ca. 5000 Jahre alt, zeigt aber eigentlichen einen Schamanen und verschiedene Tierzeichnungen. Ich bin froh als wir wieder auf den Motorrädern sitzen, das Fahren in der Hitze ist deutlich angenehmer als das Wandern. Wir folgen einem Track am Fuße der Brandberges entlang. Der sandige Weg macht viel Spaß und ist an manchen Stelle etwas tricky, wie Bernd feststellen muss als er in einer Kurven mit dem Vorderrad in einem Busch landet. Wir haben wieder die Gravel Road erreicht und sind kurz vor Uis als zwei Himba Frauen an den Straßenrand springen um uns auf ihren Verkaufsstand aufmerksam zu machen. Eigentlich leben in dieser Region keine Himbas, kommen aber hierher um verschiedene selbstgemachte Souvenirs an Touristen zu verkaufen. In Uis an der Tankstelle versuchen mehrere junge Männer uns ziemlich aufdringlich Mineralien zu verkaufen. Die hohe Arbeitslosigkeit im Land lässt vielen keine andere Wahl als mit den Touristen ein paar Namibia Dollars zu verdienen. Als wir später die Erongo Mountains erreichen sind wir wieder einmal von der abwechslungsreichen Landschaft Namibias begeistert. Die Piste führt uns durch eine tolle Felslandschaft, das hier auch mit wilden Tieren zu rechnen ist zeigt zum einen das Elefanten Warnschild am Straßenrand, wie auch das Kudu, dass nur wenige Meter vor uns die Straße quert. Im Erongo Plateau Camp verbringen wir die letzte Nacht im Busch und haben hier einen tollen Blick über die unter uns liegende Landschaft.

KomashochlandDie letzte Etappe unserer Rundreise durch Namibia beginnt mit einer etwas langweiligen Piste. Ab Wilhemlstal führt uns die Strecke aber hoch in die Berge des Komashochlandes. Es geht hoch und runter und um viele Kurven, mit einer tollen Berglandschaft um uns herum. Nach 2527 km erreichen wir wieder Windhoek, die Einfahrt in die Stadt kommt uns sehr merkwürdig vor nach all der menschenleeren Landschaft in den Tagen unserer Rundreise. In, eigentlich viel zu kurzen, 11 Tagen haben wir einen Teil Namibias kennengelernt der unheimlich abwechslungsreich ist und uns immer wieder mit neuen Landschaftseindrücken begeistert hat. Begeistert haben mich auch die tollen Campsites, die, wenn manchmal auch sehr einfach, immer sehr sauber waren. Nicht zuletzt fasziniert immer wieder die Tierwelt Namibias die man nicht nur in den National Parks entdecken kann.