Reisebericht - Norwegen 2023
 
Durch die Berge Südnorwegens

23.06.2023 Kristiansand – Lindeland Camping, 207 km
Mit den Motorrädern auf dem Anhänger rollen wir durch Dänemark immer weiter Richtung Norden bis wir endlich nach rund 600 km Hirtshals erreichen. Gestern Abend sind wir zu Hause gestartet und sind nach einer kurzen Zwischenübernachtung in Schleswig-Holstein, kurz vor der dänischen Grenze, seit heute Morgen um kurz nach 5 Uhr wieder unterwegs.
Am Rasthaus Shop2go haben wir einen Stellplatz reserviert für unser Auto plus Anhänger, macht für eine Woche plus einem Tag 60 Euro. Gegen 10:00 Uhr laden wir Olafs 87er XT 600 Ténéré und meine KTM 1290 Super Adventure S ab. Eine Tour der Generationen sozusagen. 2 Km später stehen wir am Colorline Fähranleger und müssen noch ein wenig warten bis unsere Fähre eintrifft. Mit der SuperSpeed geht es in 3h 15min nach Kristiansand. Die Fähre von Fjordline ist auf dieser Strecke zwar rund 1 Stunde schneller aber sollte am Tag unserer Buchung im Januar das doppelte kosten. Wir haben nun bei Colorline 107 Euro pro Person/Motorrad hin- und zurück bezahlt.
Die Überfahrt vertreiben wir uns in der Sonne an Deck, essen ein Hotdog, trinken einen Cappuccino mit Gebäck und schauen auf die ersten Schäreninseln bei der Einfahrt nach Kristiansand. Wir verlassen die Fähre und steuern erstmal einen Geldautomaten an, weil ich glaube, dass wir für die geplanten Mautstraßen Bargeld benötigen. Dazu später mehr.
Wir verlassen Kristiansand über die E9, auf der relativ starker Verkehr herrscht, zumindest für norwegische Verhältnisse. Wir biegen auf die 42 ab und haben jetzt die Straße fast für uns alleine. Kurvig geht es durch die Natur und mit 27 Grad ist es auch ganz schön warm.
Wir stoppen am Sirdalsvatnet und sind schon sehr happy über unsere ersten Kilometer. In Tonstad wollen wir auf den Campingplatz aber der ist eine große Baustelle und die Fläche für die Zelte gerade nicht wirklich vorhanden. Daher geht es noch weiter die 468 bis nach Lindeland, zum gleichnamigen Campingplatz.
Wir kochen in der Outdoor Campingküche unsere Nudeln, trinken noch etwas von unserem mitgebrachten Rotwein und retten uns dann vor den zahlreichen kleinen Beißfliegen ins Zelt.

24.06.2023 Lindeland – Kinsarvik, 382 km
Die kleinen geflügelten Minibiester von gestern Abend haben an unserem Zelt auf uns gewartet und begrüßen uns am Morgen. Es ist erst kurz nach sieben aber der Schlaf auf der Isomatte ist doch nicht so wie im Bett, aua wir werden alt. Nach dem Kaffee und einem kleinen Frühstück packen wir dann schnell zusammen und warten nicht bis um 10:00 Uhr die Sonne über die Felswand gekrabbelt ist, wie uns die Campingplatz Chefin empfohlen hat. Es ist gerade mal viertel vor neun und wir starten in den Tag.
Ein paar Kilometer der erste Stopp am Dorgefossen, der Wasserfall hat sich eine tiefe Schlucht gegraben ist jetzt aber ganz friedlich.
Einige Kilometer später biegen wir auf den Lyseveien ab um nach Lysebotn zu gelangen. Das Schöne an dieser Strecke ist die Etappe über das Vardefjell, der erste Schnee liegt auf unserer Tour am Rand der Straße und die Landschaft ist wirklich sehr schön und abwechslungsreich. Die meisten Nutzer diese Route fahren sicher zum Ausgangspunkt der Kjerakbolten-Wanderung, den Parkplatz mit Aussichtsrestaurant lassen wir aber links liegen. 100 Kronen für nur einmal kurz gucken ist uns dann doch zu viel und wandern wollen wir nicht. Es geht die Serpentinen den Berg hinab nach Lysebotn.
Am Kiosk holen wir uns einen Kaffee und ein Hotdog und wir setzen uns an die Wasserkante des Lysefjord. Es ist permanenter Hubschrauber Verkehr. Basejumber oder Gleitschirmflieger werden zu ihrem Startpunkt geflogen. Man kann diesen Ort mit der gelegentlich fahrenden Fähre verlassen oder einfach wie wir wieder retour fahren. Im Vorfeld habe ich mich gefragt ob sich diese Sackgasse lohnt. Mein Fazit, nicht wegen der Serpentinen den Berg runter und rauf aber wegen der tollen Landschaft auf dem Fjell.
Zurück auf unserer Hauptroute tanken wir in Ådneram an der Container SB-Tankstelle. Wir haben getankt und es geht wieder bergauf auf das Suleskardfjell, wir erreichen über 1.100 Meter Höhe. Am Ende mündet die 450 wieder auf die E9 und es geht „langweilig“ weiter. Es ist verrückt wie schnell man sich an die Landschaft der Fjells gewöhnt und dann die „normale“ norwegische Landschaft schon als langweilig empfindet. Eigentlich ist es überhaupt nicht langweilig, sondern weiter wunderschön, nur lieblicher, mehr Wald und immer wieder Wasser.
An einem sehr breiten Flusslauf mit Stromschnellen stoppen wir für ein Foto. Ich bekomme nicht mehr zusammen wo es genau war.
Bei Haukeli biegen wir auf die E134 ab und es geht wieder bergauf, auf gut 1.000 Meter und das Haukelifjell begeistert uns mit einer tollen Schnelllandschaft bei 19° Grad, es ist surreal.
Die E134 verschwindet in einem langen Tunnel, wir biegen aber auf den Dyrskar ab und fahren über den Berg über dem Tunnel, hinter dem Tunnel landen wir wieder auf der E134.
Vor dem Rødalstunnel biegen wir auf den Turistveg Rødalsfjellet ab. Die schmale Straße bringt uns wieder nach oben in den Schnee, herrlich. Wir treffen wieder auf die E134 der wir noch einige Kilometer folgen und biegen dann auf die 13 ab.
Unerwartet passieren wir den Låtefossen. Diesen sehr bekannten Doppel-Wasserfall haben wir schon einmal 2010 besucht und ich es gar nicht auf dem Schirm das wir dieses Jahr auch daran vorbeikommen.
In Odda kaufen wir ein und fahren dann zum Campingplatz im Ort. Es ist ziemlich voll und wir finden nur einen Platz auf sandigem, wurzligem Boden für unser Zelt. Och nö, dann fahren wir lieber noch weiter. Der nächste Campingplatz unter Obstbäumen auf einer grünen Wiese oberhalb vom Hardangerfjord ist auch schon voll. Also fahren wir noch ein Stück. In Kinsarvik gibt es einen großen Platz der bei vielen norwegischen Familien sehr beliebt ist. Wir bekommen den letzten Zeltplatz direkt neben dem Kinderspielplatz aber auch direkt neben der tollen Camperskitchen. Das Highlight ist die Gastrospülmaschine die in 5 Minuten unser Geschirr sauber macht.
Nachdem alle Kinder schlafen gegangen sind hören wir das erste Mal den rauschenden Wildbach um die Ecke.

25.06.2023 Kinsarvik – Bøverdalen, 325 km
Wir brechen wieder auf und tanken erst einmal. Dann geht es auf der 13 weiter entlang des Hardangerfjords.
Hinter Bjotveit verschwindet die Straße im Tunnel der dann an einem blau beleuchteten Kreisel unter der Erde mündet. Nach dem Kreisel wird es wieder dunkler, dann kommen wir wieder ans Tageslicht und überqueren auf der Hardangerbrua den Fjord und fahren direkt danach wieder in den Berg. Es folgt ein zweiter blauer Kreisel und wir kommen am Granvinsvatnet wieder ans Tageslicht. Kurz danach schon wieder ein Tunnel, der Tunsbergtunnel. Mal ein Tunnel ist ja ok, und blau beleuchtet sogar ziemlich cool aber so langsam möchte ich doch mehr Tageslicht.
Ein weiterer Nachteil der gut ausgebauten Hauptstrecken ist, das dort natürlich auch Busse, LKWs und viele viele Wohnmobile fahren. Auch wenn wir ohne den Bus vor uns kaum schneller fahren würden finde ich es nervig Kilometer lang hinter einer Wand zu fahren.
Da mein Navi manchmal aber erstaunlich kreativ ist, biegen wir kurz vor Oppheim auf die kleine 5404 ab und folgen dem Oppheimsvatnet auf der rechten Uferseite. Die Straße verläuft oberhalb des Sees durch Felder und an Bauernhöfen vorbei. Eine schöne Abwechslung zu der Buswand von eben. Die Hauptstrecke geht an der linken Uferseite entlang.
Am Ende des Sees treffen wir wieder auf die E16 die nun durch ein grandioses Tal verläuft, eingerahmt von einigen Wasserfällen die den Berg hinunter stürzen.
In Gundvangen passieren wir die Spitze des Nærøyfjord. Der große volle Parkplatz hält mich aber von einem Stopp ab. Wir tauchen dafür mal wieder in einen Berg ein, der Gundvangentunnel ist stolze 11,4 km lang. Nun reichts aber auch wirklich mit Tunneln für heute, dafür ist das Wetter doch viel zu schön.
Umso mehr genieße ich den Blick auf den Aurlandsfjord. Wir erreichen Aurlandsvangen und folgen der Landschaftsroute zum Aurlandsfjellet. Hinter dem Ort geht es in engen Serpentinen den Berg hoch und es eröffnen sich tolle Ausblicke auf den Fjord. Die Straße ist gerade mal 1,5 Fahrspuren breit aber das verhindert nicht das auch Reisebusse hier hoch- und runterfahren. Einem Bus muss Olaf in einen kleinen Graben ausweichen, kann sich aber selbst befreien. Ich habe es gar nicht mitbekommen. Ziel der Busreisenden ist der Stegastein Aussichtspunkt, ab dem Parkplatz ist die Strecke dann zum Glück für Busse gesperrt.
Das Aurlandsfjell ist wieder eine grandiose Gebirgslandschaft auf bis zu 1.300 Meter Höhe. Nun geht die Straße wieder bergab und der Baumbewuchs nimmt zu. Wir erreichen den Sognefjord und nehmen die erste Fähre unserer Tour über den Fjord. Wir erreichen die andere Uferseite und es geht erstmal wieder durch einen Tunnel. In Sogndal biegen wir auf die 55 ab und surfen auf der verkehrsarmen Strecke durch die Kurven.
Als wäre der Tag nicht bisher schon schön genug geht es jetzt die 55 hoch zum Sognefjell. Es geht bis auf 1.429 Meter hoch. Ich halte immer wieder an um Fotos zu machen. An der höchsten Stelle den Fantesteinen ist tatsächlich eine Pistenraupe dabei die Loipe zu pflegen und auch ein paar Langläufer sind zu sehen.
Inzwischen ist es schon fast 19:00 Uhr und wir beschließen den nächsten Campingplatz zu nehmen. In Bøverdalen checken wir für die Nacht ein. Bauen das Zelt auf. Kochen uns Nudeln und setzen uns zum Abschluss des tollen Tages mit einem Becher Rotwein an den rauschenden Fluss.

26.06.2023 Bøverdalen – Mittet, 280 km
Neuer Tag, neues Glück. Das könnte das bisherige Motto dieser Tour sein und dem sind wir uns auch bewusst. Wir lassen uns ein wenig Zeit mit dem Start, frühstücken, packen in Ruhe alles zusammen und plaudern kurz mit einer Engländerin die zum Sommerskilaufen in Norwegen ist. Um die Ecke, am Galdhøpiggen Gletscher machen sie Abfahrtslauf, verrückte Welt.
Wir fahren die 55 bis Lom und tanken wieder einmal. Es folgt die gut ausgebaute 15 die mal wieder etwas norwegisch „langweilig“ ist. Am Heggjebotvatnet stoppe ich, in der Hoffnung auf einen Cappuccino am Kiosk aber der ist noch geschlossen. Wir genießen den Blick über den klaren See und reiten weiter.
Endlich kommt der Abzweig zum Gamle Strynefjellsvegen. Ein Freund erzählte mir von diesem Touristenweg und wie schrecklich der Abstecher bei Regen mit 2 Personen und Gepäck auf dem Motorrad war. Wir haben aber, wie gesagt Glück, es scheint die Sonne und somit ist der leicht geschotterte und durchaus Wohnmobil taugliche Weg ein Genuss für die Sinne. Es ist nicht viel los und somit können wir die tolle Landschaft um uns herum voll genießen.
Der Asphalt beginnt wieder und es geht eine tolle Strecke bergab, die Landschaft ist weiter grandios.
Am Ende der Strecke biegen wir auf die 15 ab und es folgt mal wieder ein langer Tunnel. Am Ende des Tunnels kommt sobald der Abzweig auf die 63 in Richtung Geiranger. Wir biegen aber von der 63 rechts ab, zum Dalsnibba Aussichtspunkt. Die Straße dorthin kostet zwar 100 Kronen, lohnt sich aber total. Auf 1.476 Meter Höhe gibt es ein tolles Panorama zu erleben und im Shop mit Restaurant gibt es auch einen Cappuccino mit einem Snack. Bei der Aussicht schmeckt es doppelt so gut. Natürlich finden auch viele andere den Weg hier hoch aber es ist nicht überfüllt.
Wir folgen der Straße wieder bergab und hinter der Schranke der Mautstation geht’s auf der 63 weiter. Glücklicherweise haben wir kein Wohnmobil vor uns und können die Kurven hinunter zum Geiranger Aussichtspunkt genießen. Dort ist viel mehr los als oben am Dalsnibba, ich stoppe nur für ein schnelles Foto. Die letzten Kilometer bis nach Geiranger sind dann etwas zähfließend, viel Verkehr in beide Richtungen. Geiranger durchqueren wir ohne Stopp und halten erst wieder am Ørnesvingen Aussichtspunkt. Von hier kann man den Geirangerfjord von der anderen Seite betrachten.
Weiter geht’s bis Eidsdal und mit der Fähre über den Fjord. Nächstes Highlight Ziel ist der Trollstigen. 2010 bei unserem letzten Besuch in dieser Gegend war dieser noch wegen Schnee gesperrt und wir mussten einen großen Bogen bis Åndalsnes fahren. Ich bin positiv überrascht wie wenig Verkehr wir vor uns haben, ich hatte schon eine lange Wohnmobilschlange befürchtet. Vor dem Trollstigen geht es durch eine wunderbare Fjell Landschaft, der Trollstigen ist nur das Sahnehäubchen.
Die norwegischen Tourismusplaner überlassen nichts dem Zufall und so wird mit einem riesigen Parkplatz plus Besucherzentrum groß aufgetischt. Über einen befestigten Weg kann man zu verschiedenen Aussichtsplattformen gehen und hat einen perfekten Blick auf den Wasserfall Stigfossen und die Serpentinen der Passstraße.
Bei der Abfahrt durchfährt man die Gischt des Stigfossen, eine nette Erfrischung bei den sommerlichen Temperaturen.
Von Åndalsnes bis Åfarnes ist die Strecke norwegisch „langweilig“ und da wir mal wieder so viel geschafft haben können wir das Fahrtende für den Tag ins Auge fassen.
Im Supermarkt kaufen wir unser Abendessen ein und fahren dann auf der 660 am Langfjord entlang bis zum Mittet Camping. Der bayrische Platzchef erklärt uns wo die Zeltwiese ist und die tollen Bäder des Sanitärhauses laden zu einer ausgiebigen Dusche ein.
Es zieht starker Wind auf und dieser kündigt etwas schlechteres Wetter an. Trotzdem setzen wir uns noch an den Fjord und lassen uns durchpusten.

27.06.2023 Mittet – Dombås, 273 km
Oh je, was war das für eine Nacht. Es war nie richtig dunkel und die Möwen haben die ganze Nacht durchgeschrien. Der Himmel ist heute Morgen das erste Mal nicht blau, sondern grau zugezogen.
Laut Regenradar zieht auf unserer Route noch ein Regenschauer durch. Wir lassen und Zeit loszukommen. Das Timing passt. Wir setzen unsere Fahrt auf der 660 fort. In Myklebostad tanken wir, lieber zu früh als auf der Nebenstrecke ohne Sprit zu stranden. Hinter Eresfjord geht es direkt am Ufer am des Eikesdalsvatnet.
Wir erreichen Eikesdal und am Ende des Tals beginnt der Touristveg Aursjøvegen. Der Streckenabschnitt durch die Berge ist rund 73 km lang und kostenpflichtig. Kameras erfassen das Kennzeichen und innerhalb von 48h muss man online bezahlen, man braucht kein Bargeld mehr.
Der Aursjøvegen wurde zum Bau des Staudamms und des Wasserkraftwerks angelegt und dient nun touristischen Zwecken. Direkt am Anfang geht es über enge Serpentinen den Schotterweg bergauf, gefolgt von einem unbeleuchteten Tunnel mit 180° Kehre, gut wenn man LED Licht hat.
Ich hatte befürchtet das wir weiter oben in dichten Nebel kommen aber wir haben Glück, die Wolken hängen knapp über uns. Wir erreichen den Staudamm und die Wolken lichten sich etwas. Ich staune wie viele Hütten hier oben existieren.
Da wir knapp unter 1.000 Meter bleiben gibt es fast keinen Schnee hier oben. An einem Wasserfall fülle ich meine Trinkflasche auf, bestes norwegisches Wasser gratis.
In Sunndalsøra kündigt sich ein kleiner Hunger an. Essen wir doch mal ein Döner. Letztendlich entscheiden wir uns für ein Lamacun, das rund 15 Euro kostet. Lustig, hier ist unsere Kreditkarte nicht akzeptiert, gut das wir Bargeld haben. Teuer aber lecker und draußen regnet es das erste Mal auf unserer Tour.
Nach dem Essen fahren wir noch 10 Minuten durch den Regen, dann kommt wieder die Sonne durch.
Wir passieren auf der 70 Lønset und biegen kurz danach rechts auf die 6580 ab. Eine nette, ungeteerte Straße durch saftiges Grün und vorbei an etlichen Schafen. Hinter Oppdal treffen wir auf die E6. Wir fahren in Richtung Süden und der nächste Regenschauer holt uns für 10 Minuten ein.
Es geht hinauf auf’s Dovrefjell. Ich habe dieses Teilstück noch gut von meiner Reise mit dem Camper zu den Lofoten in Erinnerung. Vor 2 Jahren hatten wir hier oben auch weit über 20 Grad und haben zur Abkühlung im Avsjøen See gebadet. Die Landschaft ist toll aber nach Baden ist mir heute mit.
In Dombås beenden wir den heutigen Fahrtag. Wir kaufen ein und fahren auf den Campingplatz. Schöner Platz aber direkt an der Straße. Mit den ganzen LKWs die die E136 befahren nicht die klügste Wahl.

28.06.2023 Dombås – Geilo, 314 km
Die vorletzte Nacht waren die Möwen die Schlafstörer jetzt sind es die LKW’s. Ohren auf bei der Campingplatzwahl. Dafür haben wir wieder strahlend blauen Himmel heute Morgen.
Unsere vorgeplante Route führt uns auf den Slådalsvegen. Ich hatte diese Strecke eigentlich nur genommen um nicht auf der E6 fahren zu müssen aber was für ein Glück. Die kostenpflichtige Schotterstrecke führt uns auf über 1.000 Meter hoch. Das es landschaftlich wieder einmal mehr beeindruckend ist muss ich wohl nicht erwähnen.
Bei Vågåmo treffen wir wieder auf den Ottaelva See und die 15 geht geradeaus nach Lom wo wir schon durchgekommen sind. Wir biegen aber ab auf die 51. Am Lemønsjøen See lockt die gleichnamige Fjellstube für einen Zwischenstopp. Komisch sieht geschlossen aus, ein kurzer Blick auf die Öffnungszeiten zeigt geöffnet ab 11:00, es ist 10 Minuten nach elf, perfekt. Auf der Terrasse trinken wir einen Cappuccino und essen Waffeln dazu mit Blick auf die Motorräder und den See.
Es geht weiter durch Wald, am rauschenden Fluss entlang, an Seen vorbei. Eine schöne Ecke, am Wanderparkplatz mit Blick auf den Nere Leirungen See stoppe ich für ein Foto.
Wir erreichen den Skiort Beitostølen und biegen ab zum Panoramaweg Slettefjellvegen. Dieser ist nicht so lang wie die anderen Mautpflichtigen geschotterten Mautstraßen, dafür mit 40 Kronen auch deutlich günstiger. Gerade der Blick zurück auf die Berge hinter dem Fleinsendinsee bietet ein tolles Panorama. Am Ende des Slettefjellvegen gibt es ein Kiosk, eine gute Gelegenheit für eine Eispause.
Auf der 2510 fahren wir bis Ryfoss, fahren kurz auf der E16 und biegen gleich auf die 2476 ab. Yeah, die Strecke macht echt Spaß. Die meistens erlaubten 80 km/h kann man super durch die Kurven schwingen und außer uns ist niemand unterwegs. Die Strecke geht immer oberhalb des Slidrefjord entlang, während die E16 auf der anderen Seite verläuft.
Hinter Håde geht die Straße in die 51 über und führt uns wieder bergauf. Einmal mehr geht es durch eine tolle Fjelllandschaft. In Gol ist es mit dem Fahrspaß erstmal zu Ende, vor einer Kreuzung staut sich der Verkehr. Puh, endlich geschafft in Richtung Geilo abzubiegen. Äh, was ist das, Stau! Ich schlängele mich an der langen Autoschlange vorbei bis ich weiter vorne Feuerwehr und Polizei sehe. Wir stoppen und machen den Motor aus. Ein norwegischer Motorradfahrer erzählt uns, dass er hier schon eine ganze Zeit wartet. Ein Audi-Fahrer ist in einer Kurve in die Leitplanken gefahren.
Ich schau mal eben nach ob es eine Umfahrung gibt aber da geht es auf einmal wieder weiter. Die nächsten 50 km bis Geilo sind auf der ausgebauten E7 kein großer Fahrspaß.
Für morgen ist viel Regen angesagt und weil wir nur noch 400 km bis zur Fähre nach Kristiansand haben beschließen wir einen Ruhetag einzulegen. Wir mieten uns für zwei Nächte eine Hütte in Geilo.

29.06.2023 Geilo – Ruhetag
Wir schlafen lange, ach so ein Bett ist auch nicht schlecht. Später gehen wir in einer Regenpause 2 km in den Ort, essen dort ein Döner und warten bis der wieder eingesetzte regen aufhört. Schnell einkaufen und zurück zum Campingplatz. Das hat gerade gepasst, es fängt wieder zu regnen an. Egal, so ein Gammeltag gehört auch mal im Urlaub dazu.

30.06.2023 Geilo – Kyrkjeneset, 240 km
In der Nacht hat es fast die ganze Zeit geregnet aber nun ist es wieder trocken, wenn auch noch grau zugezogen. Wir nutzen die Gelegenheit und tanken noch einmal in Geilo. Dann geht es weiter auf der 40. Wir gewinnen an Höhe und das Thermometer zeigt nur noch 10 Grad an, die tiefste Temperatur die wir bisher hatten.
Mit der 2814, dem Imingfjellvegen geht es wieder auf über 1.000 Meter. Runter ins Tessungdalen ist es schon wieder deutlich wärmer und ich ziehe meine Sommerhandschuhe wieder an.
Kurz vor Rjukan geht es wieder durch ein paar Serpentinen bergauf, in Richtung Gaustatoppen. Wir fahren bis zur Station der Bergbahn, die von hier durch den Berg zum Gipfel fährt. Wir verzichten allerdings mit der Bahn zu fahren und trinken einen Automaten-Cappuccino.
Dann geht es wieder bergab nach Sauland und wir treffen auf die E134. Die Landschaft ist wieder lieblicher. Die 41 führt uns an den Nisser See. Eine Stichstraße führt zu einem Fähranleger und ich biege ab, in der Hoffnung dort das Panorama einfangen zu können. Es sind nur noch etwas mehr als 170 km bis Kristiansand und es ist noch nicht mal 15:00 Uhr. An der Küste ist allerdings schlechteres Wetter, was nun?
In Blickweite ist ein Campingplatz zu sehen mit Sandstrand. Ok, fahren wir dorthin. Es gibt keine Rezeption, man muss eine Handynummer anrufen. Aha, wir können uns einen Platz aussuchen, heute Abend kommt sie vorbei und kassiert ab.
Den Nachmittag genießen wir die Sonne und stecken die Füße in den See.

01.07.2023 Kyrkjeneset – Kristiansand, 172 km
Der letzte Morgen in Norwegen. Wir packen in Ruhe unsere Sachen zusammen und machen uns auf den Weg nach Kristiansand. Es geht überwiegend durch Waldgebiete, es ist schön aber „norwegisch langweilig“.
Wir erreichen Kristiansand und steuern einen McDonald an. Wir überbrücken die Wartezeit bis wir im Fährhafen sein müssen und sitzen den einsetzenden Regen aus. Tatsächlich hört es wieder auf als wir zum Hafen fahren.
Wir reihen uns in die Warteschlange ein. Der Regen setzt wieder ein. Wir unterhalten uns mit den anderen Motorradfahrern und fahren im Sprühregen auf die Fähre. Good bye Norwegen.
Pünktlich erreicht die Fähre Hirtshals und wir fahren noch die 2 km zu unserem Auto und Anhänger. Es ist 20:30 Uhr als wir mit dem Auto starten, ab durch die Nacht die 600 km nach Hause.